gösser - inbegriff für steirische braukunst
Gösser - Inbegriff für steirische Braukunst und echten Biergenuss - ist Österreichs weitaus bekannteste und sympathischste Biermarke. Die Wurzeln dieser beinahe mythischen Markenkraft finden sich in der jahrhundertealten Geschichte und Brautradition des Stiftes Göss. Im Jahre 1860 kam der damals 28jährige Max Kober nach Göss. Er war gelernter Braumeister der Brauerei Saybusch (Zywiec) in Galizien, Polen. Mit ihm begann die Geschichte der heutigen Gösser Brauerei. Als Sohn begüterter Grazer Eltern kaufte er für 15.000 Gulden Teile des Geländes des ehemaligen Nonnenstiftes Göss.
Es dauerte drei Jahre, bis Max Kober die Bewilligung zur Errichtung eines Salettls zum Bierausschank erhielt, und erst nach elf Jahren durfte er eine Gastwirtschaft zum ganzjährigen Bierausschank errichten. Trotz dieser hinderlichen Umstände, überflügelte die Gösser Brauerei innerhalb weniger Jahre die Brauerei Sixt in Leoben und wurde zur größten Brauerei der Obersteiermark. Aus England, Frankreich und Deutschland kamen Kaufangebote.
Doch Max Kober mochte weder an sie noch an Wiener Brauer verkaufen. Vielmehr wandelte er 1893 die Gesellschaft in eine Aktiengesellschaft um, in die vor allem steirisches Kapital investiert wurde. Mit diesen Mitteln wurde die Brauerei Sixt in Leoben übernommen und mit der Brauerei Farrach aus Judenburg eine Fusion eingegangen.
Die Vereinigten Brauereien kamen auf über 100.000 hl Ausstoß. Stetig erhöhte sich die Nachfrage, die Eisenbahn und die ersten eigenen Lastautos brachten Gösser Bier bereits in weite Teile der Monarchie. Im Jahre 1911 starb Max Kober und hinterließ eine florierende und expandierende Brauerei.
Der Erste Weltkrieg brachte dann massive Einbrüche, denn Getreide konnte nur mehr sehr begrenzt für die Bierproduktion verwendet werden. Trotz reduzierten Bierausstoßes während der Jahre des ersten Weltkrieges war Gösser in dieser Zeit massiv auf Expansionskurs: 1916 Erwerb der Brauerei Hatschek in Guggenthal, 1917 Neuper in Bad Aussee und Sulzer in Admont, 1921 Falkenstein in Lienz und Sorgendorf in Bleiburg. 1918 erwarb man Anteile an den Vereinigten Kärntner Brauereien Villach. Von zeitweiligem ausländischem Engagement zeugen die Beteiligungen an den Brauereien Adria bzw. Senosetsch in Triest und Union in Laibach.
In den zwanziger Jahren wurde Gösser zur größten Brauerei der Steiermark. Als erste Brauerei Österreichs führte Gösser die Pasteurisation ein; Gösser Bier wurde dadurch monatelang haltbar und konnte über weite Strecken transportiert werden; entlang der Bahnlinien dehnte sich die Gösser Welt aus. 1929 erreichte die Brauerei einen Ausstoß von 420.000 hl, in der Krise der Republik 1938 sackte der Absatz auf 175.000 hl ab. Während des Krieges konnte man vom Balkanfeldzug, der alte Absatzgebiete wieder öffnete, kurzfristig profitieren:
1941 brachte einen Rekordausstoß von 531.000 hl, wenn auch nur von sechsgrädigem Bier.
1945 begannen die Jahre des Wiederaufbaus. Gösser stieß 126.000 hl aus, bereits zehn Jahre später aber erreichte man neue Rekordwerte mit 553.000 hl. 1955 stellte für Gösser einen weiteren Höhepunkt in seiner Geschichte dar.
Am 15. Mai spricht Leopold Figl, der erste Nachkriegskanzler, vom Balkon des Oberen Belvedere in Wien die historischen Worte "Österreich ist frei!" Beim Bankett zur Unterzeichnung des Staastsvertrages im Oberen Belvedere in Wien wurde "Bière spéciale de Göss" gereicht.
Im Jahre 1977 kam die Gösser Brauerei unter das Dach der neu gegründeten Steirerbrau (mit den Marken Puntigamer und Reininghaus). 1983 wurden erstmals mehr als eine Million Hektoliter Gösser Bier gebraut. Die Steirerbrau wurde die durch die Fusion 1997 mit der Brau AG zur Brau Union Österreich AG.
(Quelle: www.goesser.at)
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